Elsass 22.10

Montag 12.09. – Radtour Riquewihr, Hunawihr, Ribeauvillé, Kaysersberg

Wir ließen uns vormittags Zeit und starteten erst um 10:45 Uhr mit den Rädern zur ausgesuchten 35-km-Tour durch die wunderschönen Weinorte des Elsass bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen.

Zuerst ging es durch Riquewihr, was trotz der wirklich sehr schönen Innenstadt mit vielen kleinen Läden und Fachwerkhäusern ein zweifelhaftes Vergnügen war, da für unseren Geschmack einfach viel zu viele Leute da waren.

Kaum hatten wir die Stadt hinter uns gelassen, waren wir fast alleine. Nur wenige Wanderer und Radler begegneten uns noch. Unser Weg führte uns durch Hunawihr und weiter zum NaturOpark, einer Storchenaufzuchtstation und einem kleinen Tierpark für allerhand Wasservögel und Wassertiere. Es ist ganz nett gemacht, aber wir hatten uns ein bisschen mehr erwartet, vor allem um den doch stattlichen Eintrittspreis von 11 Euro pro Person.

Nur wenige hundert Meter weiter befindet sich der Jardin de Papillons, ein faszinierendes Schmetterlingshaus. Das hat uns doch deutlich besser gefallen und wir bestaunten viele verschiedenen Arten von Schmetterlingen, die um uns herumflatterten, und die besonderen exotischen Pflanzen.


Als nächstes führte uns unser Weg nach Ribeauvillé, wo uns wieder ziemlich viele Menschen in der schönen Altstadt erwarteten. Wir schoben durch die Fußgängerzone und freuten uns, einen Tisch in einem Lokal gefunden zu haben, wo wir uns einmal wieder eine Tarte flambée schmecken ließen.

Der Nachbartisch wurde frei und es dauerte nur wenige Minuten, bis sich ein Ehepaar dort niederließ. Nach einer kurzen Zeit sprach der Mann Udo an und fragte, ob er vielleicht auch beim Daimler gearbeitet hätte? Es stellte sich heraus, dass es sich tatsächlich um IT-Kollegen handelte, der Eine in Stuttgart, der Andere aus Wörth. Wie klein doch die Welt ist! So hatten wir ein angeregtes Mittagsgespräch, bis wir uns um 15:30 Uhr wieder auf den Weg machten.

Durch die Weinberge ging es auf ausgeschilderten und meist geteerten Radwegen nach Kaysersberg. Dort fuhren wir zuerst auf die Burg, bestiegen den Turm und hatten von oben eine gute Sicht über den Ort.

Dann ging es durch den Ort, der auch wieder sehr schön aber nicht ganz so überlaufen war. Er hat uns sehr gut gefallen.

Jetzt war es Zeit für den Rückweg, auf dem wir noch über die Nécropole, ein Monument mit einem Soldatenfriedhof hoch auf dem Berg, fuhren und oben eine kleine Pause einlegten. Wir hatten fantastische Fernsicht, bis hinüber zum Schwarzwald und im Süden zu den schweizer Alpen. In der Sonne war es mächtig warm. Der weitere Rückweg zum Campingplatz ging dann fast von selbst, immer den Berg hinunter und noch ein kleines Stückchen Straße.

Um 18 Uhr waren wir wieder an der Berta und freuten uns auf eine schöne Dusche. Auf dem Weg dorthin begegnete Xenia ein Storch auf dem Campingplatz.

Zum Abendessen gab es Fondornudeln und die Gemüsereste, die noch im Kühlschrank waren. Wir konnten gerade noch draußen essen, bevor es dunkel und auch deutlich kühler wurde.

Elsass 22-04

Dienstag 06.09. – Fahrt nach Dossenheim-sur-Zinsel und Radtour zu Felsenwohnungen, Saverne, Mont-Saint-Michel

In der Nacht zog ein kräftiges Gewitter über den Platz. Morgens hatte es Nebel, der sich dann aber schnell auflöste und der Sonne Platz machte.

Auf kleinen Sträßchen machten wir uns auf den Weg gen Süden. Wir wollten die Felsenwohnungen in Graufthal besuchen. Da sich das Wetter wunderschön herausputzte, entschlossen wir uns, zuerst einen Stellplatz von France Passion in Dossenheim-sur-Zinsel anzufahren und von dort aus mit den Rädern zu den Felsenwohnungen zu fahren.

Wir bekamen einen Platz im Garten mit sehr schöner Aussicht, allerdings auch einer Baustelle vor dem Haus. Wir verzehrten unterwegs gekaufte Brezeln und süße Stückle, dann packten wir die Räder und starteten zu einer 55-km-Runde: zuerst zu den Felsenwohnungen, dann nach Saverne und über den Mont Saint Michel wieder zurück zur Berta.

Den kleinen Pfad neben der Landstraße, den Xenia herausgesucht hatte, fuhren wir nur ein kurzes Stück. Er war dann einfach zu schlammig und unwegsam. So planten wir um und nahmen die Straße.

So sah es früher aus, als die Abtei noch stand.
Hier wohnte bis 1958 noch eine alte Dame.
Hier wurde für die 10-köpfige Familie gekocht.

Die Besichtigung der Felsenhäuser war in 30 Minuten erledigt und es ging weiter, teils auf großen Straßen, aber auch auf schönen Radwegen und am Kanal entlang nach Saverne (Zabel). Der Himmel zog sich immer mehr zu und wir hatten Sorge, in einen Regen zu kommen. Am Kanal entlang fuhren wir tatsächlich auch auf nassen Straßen, sind selbst aber verschont geblieben.

In Saverne gönnten wir uns in der Innenstadt eine Pause mit Kaffee, Kuchen und Salat. Der Himmel wurde wieder strahlend blau, sodass wir unsere Runde gut zu Ende fahren konnten. Einen Abstecher den Mont Saint Michel hinauf unternahmen wir noch und genossen von oben eine herrliche Aussicht auf Saverne und das Elsass. Auf der Karte waren noch schöne Felsen eingezeichnet, aber der Weg dorthin war für Räder nichts und wir drehten nach wenigen Metern wieder um. Es war zu sandig und zu schmal. Xenia ist einmal sogar das Rad weggerutscht.

Um 18:30 Uhr waren wir nach 65 km Radtour wieder zurück beim Gastgeber Martin Kuhm, der uns ein Stromkabel für unsere Akkus legte. Inzwischen war ein Camper aus Belgien angekommen und im Laufe des Abends gesellte sich noch ein Pössel aus Coburg dazu. Die Belgier mit Hund, die Coburger mit 2 Kids. Wir unterhielten uns noch ganz nett, machten Abendessen, duschten und waren einfach nur müde … aber zufrieden. Wir entschlossen uns, am nächsten Tag das Schiffshebewerk in Arzviller zu besuchen und dann nach Straßburg zu fahren. Wir brauchten jetzt auch Wasser und eine Möglichkeit, das Klo zu leeren und Abwasser zu entsorgen.