Elsass 22-07

Freitag 09.09. – Straßburg Europaparlament und Stadtbesichtigung

Wir haben trotz Bahn gut geschlafen. Den Campingplatz nutzten wir zu einer ausgiebigen Dusche und einem Camperservice, dann fuhren wir zum Europaparlament und stellten die Berta auf den Parkplatz des Sportplatzes. Zu Fuß waren wir in wenigen Minuten im Parlamentsgebäude.

Dort gab es Sicherheitsvorkehrungen wie auf einem Flughafen – Personen- und Gepäckcheck. Dafür ist der Eintritt umsonst, man wird auf allerhand Tafeln über die Geschichte der EU informiert und kann den Plenarsaal auf der Besuchertribüne besichtigen. Es ist schon ein imposantes Gebäude mit einem Innenhof und Pflanzen und Rolltreppen über mehrere Stockwerke im Innern des Gebäudes.

Zusammen mit einer deutschen Schulkasse konnten wir in einem Raum einen Werbefilm über die Idee und den Traum von Europa angeschaut.

Um 12 Uhr verließen wir das Parlament und kauften an der Straßenbahnhaltestelle ein Tagesticket für 2-3 Personen um 6,90 Euro. Damit fuhren wir ins Zentrum, Haltestelle Republique. Dort befindet sich das Museum Tomi Ungerer in der Villa Greiner, an dem wir zufällig vorbeikamen und dem wir spontan einen Besuch abstatteten. Es ist ein Kunstmuseum mit einer große Sammlung von Zeichnungen, Archiven, Spielzeugen und Zeitschriften des elsässischen Künstlers Tomi Ungerer.

Weiter ging es zum Münster. Am Beginn der Innenstadt kauften wir uns bei einem Bäcker mit Café, das von Schülern und Einheimischen frequentiert wurde, zwei Stücke Gemüsequiche, zwei kleine süße Kuchen und für jeden einen Cappuccino.

Frisch gestärkt bummelten wir weiter durch die Innenstadt zum Münster. Wir bestiegen den Turm mit seinen 340 Stufen und genossen die Aussicht über die Stadt.

Anschließend ging es ins Palais Rohan, das direkt neben dem Münster liegt. Dort befinden sich drei Museen, von denen wir das kunsthistorische besuchten und so die Säle des Schlosses mit ein paar Erklärungen über einen Audioguide bestaunen konnten. Schon ganz schön viel Prunk, der da ausgestellt ist.

Wieder im Freien setzten wir uns gegenüber der astronomischen Uhr des Münsters auf eine Mauer und ruhten die Füße etwas aus. Auf dem Münsterplatz gab es noch ein Eis, dann machten wir uns so langsam auf den Rückweg. An der Ill entlang mit einer Rast auf einem Sonnenbänkle ging es über Petite France zur nächsten Straßenbahnhaltestelle.

Kaum hatten wir die Bank im Sonnenschein verlassen, zogen dunkle Wolken auf und kurz vor der Straßenbahnhaltestelle begann es zu regnen. Die Bahn kam gerade rechtzeitig und brachte uns bis Wacken. Von dort mussten wir zu Fuß im Regen noch ca. 10 Minuten bis zu unserer Berta marschieren, die wir wohlbehalten wiederfanden. Es war jetzt 17:30 Uhr und wir beschlossen, am Sportplatz stehenzubleiben und den Rest des Tages im Camper zu verbringen. Das Berta-WLan machte seit Straßburg Zicken, davor hatte es problemlos funktioniert. Udo versuchte sein Bestes, aber am Ende gab er auf und machte die SIM-Karte ins Tablet, um von dort aus einen Hotspot für uns zu haben. Mit einem Vesper und Planungen für die nächsten Tage ging der Tag zu Ende.

Elsass 22-06

Donnerstag 08.09. – Molsheim, Straßburg

In der Nacht hat es heftig geregnet, aber am Morgen war es wieder vorbei. Wir hatten am vorigen Abend noch festgestellt, dass die Kirche immer wieder heftig läutete. Trotzdem haben wir bis 8:30 Uhr geschlafen.

Nach dem Frühstück ging es los in Richtung Molsheim. Dort wollten wir ein Bugatti-Museum besuchen.

Wie sich dann herausstellte, gab es dort zwar ein kleine Bugatti-Ausstellung, aber es waren nur drei Autos in einer alten Kartäuser-Klosteranlage ausgestellt.

Dazu gab es ein paar Infos und auch Motoren zu besichtigen, aber eigentlich ist das „Musée de la Chartreuse et Fondation Bugatti“ mehr ein Geschichts- und Heimatmuseum von Molsheim, in dem zusätzlich gerade noch eine Ausstellung mit Werken des Comik-Zeichners Jacques Martin zu sehen war. Wir hatten uns das zwar anders vorgestellt, aber da wir nun schon mal da waren, gingen wir auch hinein und verbrachten doch fast zwei Stunden dort.

Auf dem Rückweg entdeckten wir noch einen Garten eines Harley-Fans.

Inzwischen war es Mittag geworden und als wir auf dem Weg nach Straßburg, noch in Molsheim, an einem Lidl vorbeikamen, nutzten wir das und machten einen Einkauf, den wir dann zum Teil gleich im Auto verspeisten.

Nach der Mittagspause nahmen wir die letzte Strecke nach Straßburg in Angriff und trudelten um 15 Uhr auf dem City-Campingplatz ein – um zu erfahren, dass der Platz komplett voll ist und wir höchstens noch auf dem Womo-Stellplatz, der nichts weiter als ein Parkplatz vor dem Campingplatz ist, parken können. Da wir nicht mehr weiterfahren und etwas Besseres suchen wollten, nahmen wir den Platz trotz unmittelbarer Nachbarschaft zur Bahnlinie. Udo machte die Räder startklar, dann machten wir uns auf in die City, die mit den Rädern in 10 Minuten zu erreichen ist.
Erstes Ziel war Petite France – sehr nett, aber auch sehr voll. In der Sonne sahen die kleinen Fachwerkhäuser mit dem Kanal wirklich bezaubernd aus.

Die Tour führte uns weiter zum Musée d’Alsace, wo wir um 16 Uhr ankamen. Da es noch zwei Stunden geöffnet hatte, gingen wir hinein und bekamen sogar wieder Freikarten und einen Audioguide auf Deutsch. In drei Häusern wird das Leben und die Geschichte des Elsass gezeigt mit vielen Alltagsgegenständen, Gebräuchen und der alten ländlichen Bauweise. Während unseres Besuches zog ein Regenguss durch, der uns aber nichts ausmachte. Als wir das Museum verließen, war es wieder sonnig und trocken. Wir machten noch einen Abstecher zum Münster, dann beschlossen wir, zurück zum Camper zu radeln und uns Spaghetti zu kochen. Die Restaurants haben uns nicht wirklich zugesagt und es waren mal wieder zu viele Menschen unterwegs. Außerdem hatten wir noch guten Nachtisch im Kühlschrank. So verbrachten wir den Abend gemütlich in der Berta.